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Samstag, 3. April 2010

Auf geht's, ab geht's: Rückblick!:)

Soooo, hier nun wie versprochen- versuchsweise zeitnah- mein Bericht über die Jugendhessenmeisterschaft 2010. Da schon viel an Daten, Fakten, Zahlen usw. erzählt, geschrieben und publik gemacht wurde, beschränke ich meinen Bericht mal größtenteils auf meine eigenen Eindrücke, Erlebnisse, also eine Art Tagebucheintrag. Natürlich nur in gewissem Maße, da hier nicht alles reinkommt, was so passiert ist.
Aber nun gut, genug um den heißen Brei herumgelabert, ich fang' einfach mal an, und zwar mit dem Samstag.
Und der begann auch gleich mit dem Weckerklingeln um 7:00 Uhr. Da ich am Abend davor leider nicht zum Packen kam, musste alles etwas schneller gehen. Interessanterweise war ich dann aber pünktlich um 10:30 Uhr am Treffpunkt und hatte- wie sich später herausstellte- auch nichts weiter vergessen, außer eine Jacke, da es doch kälter als gedacht war. Nun gut, nach 40 Minuten Fahrt kamen wir dann auch an und erwartungsvoll und aufgeregt, hab' ich gaaaanz ganz viele Schachspieler, Betreuer und Freunde wiedergesehen und begrüßt. Das fing gut an. Sofort fing ich an, mich wohl zu fühlen. Nach dem Mittagessen gab es dann aber erstmal einen Dämpfer für meine Stimmung, denn die erste Runde stand bevor, mein Gegner: Roman Hild. An 4 gesetzt, ging ich als klarer Favorit in die Partie. Dieser Rolle schien ich zunächst auch gerecht werden zu können, da ich schnell einen Bauern gewinnen konnte und eine klare Gewinnstellung erreichen konnte. Dann opferte mein Gegner aber eine Qualität und konnte ein Dauerschach erreichen. Aus der Traum vom guten Start nach guten 4 Stunden Spielzeit. Meine Stimmung war in der Tat etwas getrübt, weshalb es dann auch gleich mal mit Kumpels zu Rewe ging und dann mit klapperndem, gefülltem Rucksack wieder zurück in den Park. An dieser Stelle muss ich mal kurz anmerken, dass der Park in Bad Homburg der beste Park ist, den ich kenne: absolut ordentlich, idyllisch und schön. Nachdem dem Abend im Park ging es dann wieder in die Jugendherberge, noch ein bisschen Schach zocken und dann ins Bett, noch einen Film angesehen und dann war auch Schluss für Tag 1.
Nach knappen 7 Stunden Schlaf ging auch schon die Zimmertür auf und Simon stand vor uns ( mein Zimmer teilte ich mir übrigens mit Thies, Alexeyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy und Johannes, alles super Zimmergenossen) und erzählte irgendetwas von aufstehen, Frühstück und Runde 2. Das zeigte dann auch irgendwie Wirkung und es ging duschen, frühstücken und dann direkt ans Brett. Am Sonntag war die erste Doppelrunde angesagt.
Es ging gleich gegen Thies, ein dummes Los, da er als guter Freund mit Remis zufrieden war, ich aber nicht so ganz nach meinem schlechten Start. Nach 2 abgelehnten Remisangeboten stand ich dann irgendwann total auf Verlust und hatte keine Zeit mehr. Etwas unverdient hab' ich dann trotzdem noch gewonnen, da Thies einen Turm einstellte. Nun ja, viel Zeit blieb nach der Runde nicht, denn nach dem Mittagessen, bei dem ich mir mit Lele, der angeblich als Betreuer dabei war, jedoch bei vielen den Gedanken aufkommen ließ, er wäre nur zum Essen da (zu guter Letzt aber sein Image damit aufrechterhalten konnte, dass er mit 4 Titeln der mit Abstand erfolgreichste Trainer war), 5 Runden essen nachholen vornahm und wir nach 3 Runden jedoch resignierten, ging es auch gleich mit Runde 3 weiter. Ich wurde gegen Benny Aslan gelost. Mit Schwarz standen meine Chancen eher suboptimal. Es kam katalanisch aufs Brett, ich war Schwarz und ganz schnell auch schon "out-of-book". Taktisch konnte ich ihn dann jedoch etwas austricksen und kam zu einer richtig guten Stellung. Dabei sollte es dann aber auch bleiben, denn es folgten 2 richtig schlechte Züge von mir, wiederrum gefolgt von weiteren ungenauen Zügen und das endete dann in Bauernverlust und letztendlich resultierend in Partieverlust. Das war nicht nötig. Aber gut, es war ein harter Tag. Und es kam noch härter! Der Abend fing gut an, es war lustig und amüsant. Gegen 10 Uhr entschlossen Lele, My Linh, Alina und ich uns noch mal in die Stadt zur Dönerbude zu gehen, da wir Hunger verspürten. Rückblickend einer der größten Fehler, denn der Hinweg gestaltete sich länger als gedacht, genau wie das Warten auf das Essen und das Essen selbst. Plötzlich war es schon nach 11 Uhr und 10 Uhr hätten wir eigentlich schon zurück sein müssen, bzw. hätten wir nicht mehr weg gedurft. Wieauchimmer, gegen 23:10 Uhr kamen wir zurück und wurden auch gleich von Simon freudig empfangen mit den Worten: " Morgen acht Uhr kommt ihr bitte ins Büro der Turnierleitung, dann bekommt ihr eure Strafe". Die Strafe stellte sich dann am nächsten Tag als äußerst unangenehm heraus. U14 Bettgehzeiten und Ausgangssperre ab sechs Uhr abends. Und das für die nächsten beiden Tage. Das war gar nicht gut. Dementsprechend gelaunt ging es dann auch zum Frühstück und zur 4. Runde gegen Kevin Mao. Mit Weiß wollte ich unbedingt gewinnen, spielte aber meine Eröffnung nicht so dolle und gab meine Partie dann nach einiger Zeit remis. Nach dem Essen stand eigentlich der Schwimmbadbesuch an, den ich jedoch leider nicht wahr nahm und stattdessen mit einigen Leuten in die Stadt ging und wir uns dort vergnügten. Was am Montag noch so alles passierte, weiß ich gar nicht mehr genau. Ich glaube, wir waren noch auf dem Fußballplatz und abends musste ich dann in der Jugendherberge meine Zeit verbringen, was aber auch relativ gut ging. Nur leider war das erzwungene Schlafengehen um 10 Uhr viel zu früh. Die Zeit konnte ich dann aber noch gut für meine Vorbereitung für die nächste Runde nutzen. Denn dann war auch shcon Dienstag. Langsam ging die Hessen in meinem Kopf schon gegen Ende zu. Nur noch 4 Tage, das war eindeutig zu wenig. Gerade als ich anfing, mich wirklich rundum wohl zu fühlen. Dienstag stand wieder mal eine Doppelrunde an. Die erste Runde ging ich gut präpariert gegen Johannes Ackermann ans Brett und konnte mit Schwarz auch locker, schnell ein Remis erreichen. Dadurch hatte ich etwas Zeit mal zu entspannen vor der nächsten Runde am Nachmittag. Beim Mittagessen kam dann noch netter Besuch von Eda. Nicht zuletzt ein Grund für mein schnelles Remis in der Nachmittagsrunde gegen Steffen. Ich hatte Weiß und spielte eine relativ lasche Eröffnung, da ich gegen sein System nichts richtiges parat hatte. Nach 16 Zügen einigten wir uns auf Remis. Das ging in Ordnung, wir kennen uns gut, sind beide ungefähr gleichstark und durch das Remis konnte ich meine postive Bilanz gegen ihn im Langschach mit 2,5/4 halten. Der Nachmittag war dann auch ganz gesellig, ich war im Park und so. Abends fand dann Chess Total statt. 4-er Teams, einer spielt Blitz, einer Räuberschach und 2 Tandem. Das war extrem lustig. Mein Team bestand aus mir als Blitzer, Thies als Räuberschachspieler und Alexeyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy und Eda als Tandemzocker. Unsere Platzierung weiß ich gar nicht, aber Spaß hatten wir mehr als genug. Das Turnier ging dann aber auch bis 10 Uhr und für mich hieß das wegen meiner Strafe auch schon wieder Bettgehen. Das war echt nervig und meiner Meinung nach etwas übertrieben. Aber nun gut, im Zimmer war dann sowieso den ganzen Abend noch viel los und so war es dann doch noch ganz lustig. An dieser Stelle fällt mir auch grad ein, dass ich mit Bernd am Sonntag!? vermutlich am Tandemturnier teilgenommen habe. Das war nicht sonderlich erfolgreich, aber ganz unterhaltsam und lustig. Dann kam der Mittwoch, der schon wieder in der 7. Runde für mich nur ein Remis brachte. Mit Weiß gegen David Henrich veropferte ich mich und kam mit einer Verluststellung raus, die mein Gegner aber dann Remis gab. Trotzdem war ich damit äußerst unzufrieden, aber Schach stand zu diesem Zeitpunkt für mich schon längt nicht mehr im Mittelpunkt. Dann stand das Mittagessen an und danach auch schon das Fußballturnier. Eine meiner wenigen sportlichen Akitvitäten auf der Hessenmeisterschaft. Mit meiner Mannschaft, bestehend aus Constantin, Julian, David, Niklas, Johannes und mir konnten wir ganz gut scoren und hatten jede Menge Spaß. Für den Sieg reichte es dann aber nicht und wir konnten beim Spiel der Siegermannschaft gegen das Betreuerteam nur zuschauen. Das tat dem tollen Nachmittag aber keinen Abbruch und auch der Abend war top, da ich endlich wieder weg konnte und meine Strafe aufgehoben wurde. Mit Zimmer- und Nachbarzimmerkollegen ging es in den Park chillen. Das war nach zwei Abenden in der Jugendherberge für mich mal wieder eine ganz nette Abwechslung. Aber irgendwann war auch dieser Abend vorbei und nach einer kurzen Nacht war es schon Donnerstag. Der letzte richtige Tag der Hessenmeisterschaft. Das war schon traurig, denn das ganze Schachumfeld war einfach perfekt, fantastisch, sensationell, großartig, bestmöglich, optimal, ideal, vollkommen, genial, super und so weiter. Donnerstagmorgen stand Runde Nummer 8 auf dem Programm. Nach dem mittlerweile obligatorischen morgentlichen Konversationen:" Grüß' dich! Wie geht's dir!?" konnte ich mit Schwarz gegen Kenan Sancar ein Remis erreichen. Das ging in Ordnung. Am Nachmittag fand das Blitzturnier für alle Altersklassen statt. Im U18 Blitzturnier landete ich irgendwo im Mittelfeld, das war auch okay, da ich jetzt kein besonders starker Blitzer bin. Nach dem Turnier ging es dann noch für Aarons Skifreizeit einkaufen. Dabei gingen 10 Euro verloren, irgendjemand freut sich jetzt sicherlich. Wieder in der Jugendherberge gab es dann auch schon Abendessen, wo Lele mit mir mal wieder um die Wette gegessen hatte. Das Essen war allerdings etwas komisch und somit stellten wir unseren Wettkampf irgendwann ein. Um 19:30 Uhr stand dann der Abschlussabend auf dem Programm- Pflichtprogramm für alle Teilnehmer. Mit Eda saß ich ganz hinten im Raum, die Sicht durch eine große Säule versperrt, akustisch war auch nicht viel drin, da es sehr laut war. Von daher haben wir nicht wirklich viel vom Programm mitbekommen, aber es war auch so ganz nett. Danach war noch ein toller Abend angesagt, gefolgt von einer noch besseren Nacht. Ohne Schlaf musste ich dann nach diesem Traumtag gegen 7 Uhr aufstehen und meine Sachen vor der letzten Runde einpacken. Das klappte mehr oder weniger gut- heut hab' ich festgestellt, dass einige Sachen fehlen, andere Sachen wiederrum waren in meiner Tasche, die mir gar nicht gehörten. Verspätet fing dann die Runde um 9 Uhr an. Ich wollte nochmal gewinnen gegen meinen Gegner Marius Fritz. Aber der Schlafmangel machte sich dann doch sehr bemerkbar, da ich kaum 10 Sekunden anständig nachdenken konnte. So endete auch die Partie zwar in Vorteil aber letztendlich in Remis. Danach hieß es warten, warten auf die Siegerehrung. Ich war platt, etwas traurig, da nun alles zu Ende ging und vor allem müde. Gegen 14 Uhr fand dann die Siegerehrung statt, die sich durch die vielen Teilnehmer in den vielen Altersklassen sehr lange hinzog. Am Ende sprang in der U18 ein 9. Platz für mich heraus. Damit war ich nicht so zufrieden aber das war nicht weiter tragisch. Ganz im Gegensatz nämlich zu den ganzen Abschieden die bevorstanden. Die waren zum Teil echt traurig und entmutigend, denn viele sieht man jetzt lange lange nicht wieder. Gegen 15 Uhr wurden wir dann abgeholt, gegen 16 Uhr war ich zu Hause.
Alles in allem eine supertolle Woche, bisher wahrscheinlich die beste in diesem Jahr. Am Ende bleibt aber doch immer nur die Erinnerung an diese tolle Zeit. Aber bevor ich mich jetzt hier noch in meinen Gedanken verliere, beende ich diesen Blog mal lieber. Ich sitze nun seit über 2 Stunden dran und nun ist es auch mal gut. Das war meine letzte Hessen, die ist jetzt vorbei, aber ich werde auf jeden Fall die nächsten Jahre wieder dabei sein!

Kommentare:

  1. Das ist doch eine gnadenlose Frechheit den erfolgreichsten Trainer der HJEM als verfressen darzustellen!

    Du wirst schon sehen was du davon hast, ich fahr heut Nacht nicht mit dir zu Mägges :)

    Bis später

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  2. So- um es mal in deinen Worten auszudrücken-"verfressen" wie du bist, wirst du da wohl kaum drum rum kommen;)

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